Clubgeschichte

Als sich am 12. September 1953 zwei Dutzend Frauen zum Zonta Club Zürich zusammen schlossen, gab es in Punkto Gleichstellung und Frauenförderung noch viel zu tun: Es sollten noch über 17 Jahre bis zur Einführung des Stimmrechts für Frauen vergehen; und gar 27 Jahre dauerte es bis zum Gleichstellungsartikel in der Bundesverfassung, der ohne den kämpferischen Einsatz von Lydia Benz-Burger, einer Zürcher Zontian, kaum zustande gekommen wäre.

Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen wog für den Lebensweg der einzelnen Frauen vermutlich noch schwerer, dass in den meisten Familien gleiche Bildungschancen für Töchter und Söhne kein Thema waren. Ein Glück für Zonta?

Situation der Frauen zur Zeiten der Clubgründung

Die Gründungspräsidentin, Vera Wegelin (1901-1977) jedenfalls fand für ihre vielfältigen Talente im angestammten Sekretärinnen-Beruf zu wenig Spielraum und setzte ihren unermüdlichen Elan nicht nur in Zürich, sondern auch bei der Gründung der Clubs Stuttgart und Schaffhausen (beide 1959) sowie bei der Wiederbelebung des Wiener Clubs ein. Die Professorentochter Marion Roemer-Spörri verzichtete trotz ihrer immensen Sprachbegabung auf ein Hochschulstudium, weil sie keine berufliche Zukunft sah. Marion Roemer beherrschte neben den üblichen europäischen Sprachen Arabisch sowie Neugriechisch, schliesslich engagierte sie sich in der Sozialen Arbeit. Und selbst optimale Voraussetzungen boten keine Garantie: Während ihrer Assistentenzeit beschwerte sich die Ärztin Lisel Gassyt, dass auch in der Pflegerinnen-Schule Ärztinnen keine Aufstiegschancen hätten, weil gute Positionen Männern vorbehalten waren.

Vielleicht lag die Ausgangssituation für Sonja Renfer ähnlich. Sie schaffte es Zonta-intern zu höchsten Ehren und wurde für das Biennium 1992-1994 zur International President gewählt. Mit ihrer sehr dynamischen Art hat sie für Zonta International einen wertvollen Beitrag geleistet.

Ein Blick auf frühe Mitgliederlisten des Zonta Clubs Zürichs gibt auch ein Einblick in die Veränderungen der Berufswelt. Eine erstaunlich grosse Gruppe machen die im weitesten Sinne künstlerischen Berufe aus: eine Fotografin, eine Regisseurin, eine Malerin, eine Goldschmiedin, eine Textilentwerferin, eine Schriftstellerin sowie eine Gesangspädagogin. Gewisse Berufe haben inzwischen Seltenheitswert oder sind verschwunden: So war die Corsetschneiderin Wera Gittermann, die ihr Geschäft an der Bahnhofstrasse 67 hatte, im Club genauso dabei wie die Besitzerin einer Herrenschneiderei?

Glanzlichter der Clubgeschichte

Über die Jahrzehnte hat der Club viel bewegt und auch selbst viele bewegende Momente erlebt. Freundschaften wurden geknüpft, interessante Projekte gefördert, neue Mitglieder kamen und der Club veränderte sich. Das Ziel blieb jedoch bis heute dasselbe: Frauenförderung verbunden mit konkreten Hilfsprojekten sowie dem Wunsch nach weltweitem Frieden und Verständigung zwischen den Völkern.

Zu den Glanzlichtern aus der bald sechzigjährigen Clubgeschichte zählen dabei die Weltjugend-Party 1991 sowie das Kulturprojekt Feminnale 2008.

1991 hatte der Zonta Club Zürich anlässlich der 700-Jahr-Feier des Kantons Zürich aus jedem Land der Welt zwei Jugendliche an die Limmat eingeladen. 14 Tage lang sollten sie mit uns feiern und Land und Leute kennen lernen. Es wurde ein durchschlagender Erfolg!

Anlässlich des 55-jährigen Geburtstags des Zonta Clubs Zürich stand die Zürcher Feminnale unter dem Patronat des Clubs. Elf Künstlerinnen aus Russland und Weissrussland präsentierten an 19 Tagen ihre Kunstwerke in der artefiz Kunsthalle in Zürich. 30 Prozent vom Erlös der verkauften Bilder gingen anschliessend an "Das Haus der kleinen Mütter" in St. Petersburg, das minderjährige Schwangere und Mütter betreut.

Am 2. Juni 2013 lud der Zonta Club Zürich zu einer ganz besonderen Benefiz-Veranstaltung: Denn an diesem Tag feierte der Club zugleich sein inzwischen 60-jähriges Bestehen. Das Belamor Quartett spielte vor den zahlreich erschienen Gästen; der Erlös der Veranstaltung ging zu Gunsten des Mädchenhauses Zürich.
 

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